Guanajuato liegt relativ in der Mitte Mexicos und ist eine ehemalige Kolonialstadt, Da uns so viele gesagt hatten, dass die Stadt so schön ist, hatten wir uns also kurzerhand auf den Weg dahin gemacht.
Und ja - Guanajuato ist schön!
Zunächst einmal machten wir uns auf die Suche nach einem Hostel, was wir dank Lonely Planet schnell finden konnten: Ein irre niedliches kleines Hostel. Allerdings war der Weg dahin relativ anstrengend: Guanajuato liegt mitten in einem Tal, die Häuser und winzig kleinen Straßen schlängeln sich allerdings vom Berg durchs Tal zum gegenüber liegenden Berg hoch. Somit wird jeder Weg zur Anstrengung, da es eigentlich nur steil bergauf oder steil bergab geht.
| typische Straße in Guanajuato |
Das Hostel selbst war super und sehr gemütlich. Auf dem Dach gab es eine Dachterasse mit irre schönem Blick über die Stadt.
| Blick von unserer Dachterasse |
Das Treppenhaus war ein Wirrwarr aus Treppen. Die Fenster der Zimmer gingen nicht nach außen ins Freie, sondern ins Treppenhaus. War sehr niedlich.
Nachdem wir uns da einquartiert hatten, erkundeten wir die Stadt.
Schön ist sie!!!
Die Straßen sind superschmal, die Häuser schön und das Wetter war der Hammer.
| Kathedrale in Guanajuato |
Nachdem wir allerdings den ganzen Tag auf den Beinen waren und eher wenig geschlafen hatten, endete dieser Tag relativ früh nach einem nicht ganz so leckeren Abendessen.
Eins muss mal festgehalten werden: Außer Tacos und anderen mexikanischen Sachen können die Mexikaner nicht wirklich gut kochen. Und manchmal können sie noch nicht mal das typisch mexikanische Essen.
...
Am nächsten morgen ging Erkundung Teil II weiter. Sind mit einer kleinen Seilbahn auf den Berg gefahren, von dem man einen unglaublich schönen Blick über die Stadt hatte.
| Guanajuato |
| Ich in Guanajuato |
Runter gings zu Fuß - bergab. Ich glaub, bergauf wären wir gestorben. Das ist aber auch steil da!!!
(Und die über 2000m Höhe der Stadt machen das Ganze auch nicht wirklich einfacher....)
Am Nachmittag dann sind wir aus dem Hostel raus und rein in den nächsten Bus ab nach San Miguel de Allende. 1,5 Stunden Horrorbusfahrt. Kurven, Straßen, die teilweise gar keine Straßen waren und nochmals Kurven.
Aber wir haben überlebt und sind schließlich am Abend in San Miguel de Allende angekommen.
Gleiches Spiel wie in Guanjuato: Hostel suchen. Aber unser Freund Lonely Planet hatte da schon eine Adresse für uns, sodass wir in einem Hostel mit gemütlichem Innenhof und Dachterasse landeten. Das Hostel war uralt und mein Zimmer mit einem undefinierbar ekelhaften Geruch behaftet, aber es war relativ sauber und so ganz schön.
(Dass das Bett mega unbequem und die Straße vor meinem Fenster eben nicht, wie von der Besitzerin versprochen, ab 9 Uhr abends ruhig wurde, bemerkte ich natürlich erst, als es schon zu spät war. Aber gut. Immerhin war der Geruch nach einer Flasche Chlor, die sie in die Ausgüsse kippte nicht mehr ganz so ekelhaft...).
Da zur gleichen zeit wie wir 2 Österreicherinnen, die mit uns an der Uni studieren, auch in San Miguel de Allende waren, haben wir uns mit denen getroffen und sind gemeinsam gemütlich essen gegangen. Danach gabs noch ein Bier und dann war der Tag auch schon wieder vorbei.
Nach einer nicht ganz so erholsamen Nacht (unglaublich, wie unbequem Betten sein können!!!) fing ein neuer Tag für uns an.
| Marktplatz San Miguel de Allende |
Nach dem Frühstück hatten wir tolle Pläne.
Da im Lonely Planet stand, dass es ganz in der Nähe der Stadt heiße Quellen geben sollte, in denen man auch schwimmen kann, wollten wir dahin fahren. Wir haben uns eine Quelle rausgesucht, die beschrieben war, als eine Quelle in einer Höhle, in der es auch einen Wasserfall geben sollte.
An dieser Quelle angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass das ganz und gar gar nicht das war, was wir uns so vorgestellt hatten.... Diese, in unseren Köpfen, naturbelassene Quelle entpuppte sich als Spa Anlage und die Höhle mit dem Wasserfall war zwar eine Höhle mit warmen Wasser, der Wasserfall allerdings war ein Rohr an der Decke, aus dem um Punkt 1 Uhr mittags dann Wasser kommen sollte. Super.
Immerhin war das Wasser warm...
Nachdem wir dann nach einem kurzen Sonnenbad zum Trocknen schnellstens die Flucht ergriffen, nahmen wir Plan 2 in Angriff.
Wir wollten reiten.
Nach einigen vergeblichen Versuchen fanden wir eine Ranch. Der Weg dorthin führte 3 km lang mitten ins Nichts, bis wir endlich ankamen.
Aber wir waren tatsächlich auf einer echten mexikanischen Ranch. Mitten im mexikanischen Nichts.
Nach kurzer Einweisung und Proberitt auf dem Reitplatz gings dann ab ins Gelände. Begleitet hat uns ein richtiger echter mexikanischer Cowboy. Mit Hut und Stiefeln und so.
Und es war soooooo schön.
| "Mein" Pferd "Salchicha" (= Wurst - sie sollte vor ein paar Monaten eigentlich zum Schlachter...) |
| Salchicha und ich im mexikanischen Nirgendwo |
| 3 Chaoten in der Wildnis |
Zwar waren die Klamotten eher suboptimal (Reithosen oder lange Hosen hatte ich nicht dabei....) und somit wurden meine Beine von den Kakteen völlig zerkratzt, aber es war der Hammer.
Ein richtig genialer Ausritt.
Im Anschluss daran hat Roberto, unser Cowboy, uns dann mit seinem Jeep zurück an die Straße gefahren, von wo aus wir dann zurück nach San Miguel de Allende fuhren, noch eben die Stadt angeschaut und etwas gegessen haben und im Anschluss dann zurück zum Busbahnhof fuhren.
| San Miguel de Allende nach oben |
| San Miguel de Allende in der Mitte |
| San Miguel de Allende nach unten |
| Es gab viele viele viele Pferde und Nachwuchs-Cowboys |
Dort sollte es planmäßig dann für uns um 20 Uhr mit dem Bus nach Guadalajara gehen.
Allerdings: Wir sind in Mexico. Es läuft also niemals so, wie man es sich vorstellt und wie man etwas plant. Niemals.
Somit war der Bus nach Guadalajara voll. Super.
Also mussten wir einen anderen Bus nehmen, der uns nach Celaya brachte, von wo aus es dann um 22 Uhr mit einem anderen Bus nach Guadalajara ging. Um 3 Uhr waren wir dann endlich am Busbanhof in Guadalajara.
Ehe wir zuhause waren - pfff, fragt nicht.
Geschlafen haben wir dann eigentlich gar nicht weiter, denn am nächsten morgen wartete ja dann schon die tolle Uni auf uns.
Abschließend allerdings war es ein wunderschönes Wochenende!!!
| Müde, fertig und ein wenig verbrannt |
Die Uni ist übrigens gerade dabei uns auf dem besten Wege in den Wahnsinn zu treiben. Hier eine Hausarbeit, da ein Examen und dort noch eine Hausaufgabe.
Ätzend.
Ich fühl mich, als wäre ich wieder 10 und wäre gerade von der Grundschule aufs Gymnasium gekommen oder so.
Naja.
Heute haben wir die vorerst letzte Prüfung geschrieben (Prüfung geschrieben ist allerdings geprahlt - größtenteils wars ein Ratequiz... Blöd, wenn man die Wörter weder kennt, noch im Wörterbuch findet...) aber gut, wir haben es hinter uns.
Mal sehen, was die Woche noch so für uns bereit hält...