... du fehlst ...

Montag, 16. August 2010

ganz viel grün, ganz viel nichts und ganz viel schön!

am sonntag morgen ging es für uns auf nach tapalpa. tapalpa ist eine kleine stadt, mitten in den bergen, umgeben von unfassbar viel grün und unfassbar viel nichts, ca. 130km südlich von guadalajara. mit dem bus machten svenja, ihr freund, 2 österreicher und ich uns auf den weg und kamen nach 3 stunden in einem kleinen, verschlafenen städtchen "in the middle of nowhere" an.
wir fühlten uns tatsächlich um ungefähr 100 jahre in der zeit zurück versetzt. das war also das "pure" mexikanische leben.
kleine gassen, kleidung, möbel und autos, die es bei uns wohl schon seit gefühlten tausend jahren nicht mehr gibt.
zunächst einmal ging es lecker frühstücken und im anschluss erkundeten wir die stadt. viel zu sehen gab es zwar nicht, aber das feeling dieser stadt war ein komplett anderes, als wir es bisher hier in mexico erlebt hatten.
uralte autos, hier ein esel, da ein pferd mit reiter - alles doch sehr... ursprünglich. irgendwann landeten wir auf einem kleinen markt, wo es neben gebrannten cd´s, gefälschten klamotten, krimskrams und esoterischem zeug (pillen, gewürze, "heil"bücher etc.) auch offen herum liegende schweinenasen, schweineherzen und gedärme (?) gab, die uns auch gleich sehr freundlich zum probieren angeboten wurden.
sehr interessant - abgelehnt haben wir trotzdem und dankend und schnell die flucht ergriffen.
am frühen nachmittag folgten wir dann dem tipp unseres neuen besten "freundes", dem lonely planet (weltbester reiseführer ever, den mir svenjas freund aus deutschland mitgebracht hat und uns bisher super gut geholfen hat!). also nahmen wir uns ein taxi und fuhren zu den "cascadas salot de nogal" - wasserfälle, 13 km entfernt von tapalpa.
der weg dorthin führte uns noch ein stück tiefer ins nichts - entlang von buckelpisten, mit und ohne kopfsteinpflaster, vorbei an kühen, pferden, eseln und "cowboys". zu 5. in einem taxi war der weg gar nicht mal so bequem - die schlechten straßen trugen auch nicht unbedingt etwas dazu bei, dass man sich wohler im wagen fühlte. durch den momentan starken regen in der gegend, waren die unasphaltierten straßen ausgespült und es gab gefühlte tausend schlaglöcher.
nach ca. einer halben stunde kamen wir dann "an". soll heißen: ein angeblich halbstündiger fußmarsch bergab (!!!) stand uns bevor.
tja, sagen wir, ich war eher suboptimal gekleidet für so einen trip... der weg war teils superschlammig, führte über steine bergab (bzw. später auch wieder hinauf.... uff.). nicht nur einfach so bergab, sondern mit einer steigung von ungefähr 20 prozent. vielleicht mehr.
für so einen trip machen sich ein rock und sandalen nicht wirklich gut...
von so einem weg stand ja auch nix im reiseführer!!!!
irgendwie sind wir dann aber doch heile unten angekommen - und die strapazen haben sich wirklich gelohnt.
es war wirklich wunderschön und atemberaubend. allein der weg - diese natur, dieses grün, diese luft (ich glaube so gute luft haben wir seitdem wir hier sind nicht mehr eingeatmet....) - herrlich.
da allerdings unser taxifahrer oben auf uns wartete (keine ahnung, was wir gemacht hätten, wenn der ohne uns gefahren wäre....) und der letzte bus von tapalpa zurück nach guadalajara um 18 uhr fuhr, es mittlerweile aber schon nach 16 uhr war und der ganze weg bergauf noch bevorstand, konnten wir den wasserfall nicht allzu lang genießen.
also machten wir uns auf den rückweg. bergauf.
superduperbergauf.
in sandalen.
und jeansrock.
ich dachte, ich muss sterben.

ohne mist, das war so furchtbar anstrengend. und warm. und schwül. und... sagte ich schon, dass es anstrengend war?
die landschaft ringsherum war bergauf auf einmal auch nicht mehr ganz so schön und alle wollten nur noch oben ankommen.
da ich in meinen nassen sandalen, in denen eine menge schlamm klebte, irgendwann gar keinen halt mehr hatte, bin ich den rest des weges barfuß gegangen...
hätte man das vorher gewusst (danke lonely planet, für diese nicht - information! auf sowas waren wir natürlich nicht vorbereitet...) , hätte man sich natürlich dementsprechend angezogen.

aber tatsächlich, wir kamen oben an. ohne zu sterben. und ohne uns zu verletzen :o) - ja, auch ich! (dafür bin ich nun wieder um einige moskitostiche reicher.)
zwar schweißnass und fix und alle, aber glücklich.
und der taxifahrer stand auch noch da.
nun hieß es noch "schnell" zurück nach tapalpa, wobei schnell bei diesen straßenverhältnissen mal ganz relativ zu sehen ist.
dort kamen wir um 17.45uhr an, pünktlich genug, um noch das busticket zu kaufen und den bus zurück nach guadalajara zu bekommen.
aus den planmäßigen 3 stunden rückfahrt wurden dann allerdings 4,5 stunden, da wir im stau standen.
da wir im stau standen und somit erst nach 21 uhr in guadalajara waren, fuhr uns der bus dann auch nicht zum geplanten busbahnhof zurück, sondern zu einem anderen, am anderen ende der stadt. natürlich ohne uns etwas davon zu sagen... wir wunderten uns nur, als wir nach einer gefühlten ewigkeit noch immer durch guadalajara gurkten.
beim aussteigen fragten wir dann nach: der andere busbahnhof schließt um 21 uhr. gut, dass uns das jemand gesagt hat...
somit mussten wir dann noch ein taxi zurück in die stadt nach hause nehmen.
da wir seit dem frühstück alle nichts mehr gegessen hatten, ging es dann noch, ganz typisch mexican food ;o), zu burger king, wo es für uns dann einen megaburger mit guacamole gab - ein wenig mexico war also doch dabei.
zuhause hab ich dann noch eine weile mit den schlammresten an meinem körper zu kämpfen gehabt, bis ich dann endlich ins bett gehen konnte.
was für ein tag...
hier mal ein paar impressionen:

Aussicht aus dem Bus. Atemberaubend schön!

Aussicht II

Kleine Stärkung am Morgen nach der Busfahrt: frisch gepresster Karotten-Orangensaft aus der Plastiktüte mit Strohhalm :o)

Früüüüüüüühstück!
Tortillas gefüllt mit Käse in einer Soße aus Bohnen. Lecker!

Tapalpa.
Tapalpa mit Esel und einem waschechten Mexikaner. Mit Hut. Und Bart. Und viiiiel Zeit.

Aussicht auf dem Weg nach unten zum Wasserfall. Ganz viel grün.

Eine Agave.

Ich, im perfekten Wanderoutfit, vor einem Kaktus.

Der "Weg".

Erster Blick auf den Wasserfall.
(wobei das ein anderer ist, als der, an dem wir am ende gelandet sind)

noch mehr grün!

endlich unten angekommen!

Cascada "Solat de Nogal"

... und nächstes wochenende klappt das dann vielleicht auch mit dem strand.


ps: habe mich an neues essens-terrain getraut:

superduperlecker: "gringa". mein neues lieblingsessen.
ein riesentaco mit käse und chorizo gefüllt. (und wahrscheinlich 1000 kalorien...)

lecker: taco mit zunge.
ja wirklich!!!

auch lecker, aber nicht ganz so gut wie mit zunge oder eine gringa: taco mit fleisch von der wange (???) vom schwein. ist ein wenig wie kasseler.

und:
ich weiß nun, dass ich das essen auch ohne koriander bekommen kann. jippi!!! man muss nur rechtzeitig und oft genug bescheid geben.

3 Kommentare:

  1. Mach weiter so. Tolle Fotos.
    Liebe Grüße

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  2. Warte schon ganz gespannt auf die neuesten Berichte? Wann ist damit zu rechnen? Immerhin ist heute schon der 30. August!!!!
    Liebe Grüße
    Eine Ungeduldige

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