... du fehlst ...

Donnerstag, 5. August 2010

mexikanische bürokratie, verlorene challenges und anderes

so, hier auch mal wieder von mir etwas neues.

nun, was soll ich sagen - mexico stellt für uns jeden tag neue aufgaben bereit, die es zu bewältigen gibt. manchmal verliert man sie auch, wie wir wohl lernen müssen.

heute haben svenja und ich uns auf den weg nach tonalá gemacht. in mehreren reiseführern als super schöner ort beschrieben, an dem man typisch mexikanische sachen kaufen und das flair genießen kann.
also haben wir uns heute morgen auf den weg nach tonalá gemacht.
challenge 1: bus fahren.
auch im Bus immer dabei - bei der Fahrweise kein Wunder.
An irgendwas muss man sich ja klammern.

wie schon erwähnt, es gibt keine richtigen haltestellen, die busse der gleichen nummer haben verschiedene bezeichnungen, die dann jeweils eine andere strecke fahren. THEORETISCH steht in etwa dran, wo man hin will. PRAKTISCH fährt aber irgendwie jeder bus jedes mal eine neue strecke. die fahrt war also, mal wieder, ein abenteuer für sich und als wir dann tatsächlich im richtigen bus gesessen haben, fuhren wir ca. eine ganze stunde, bis wir endlich da waren.
hinzuzufügen ist, dass busfahren selbst im sitzen anstrengend und nicht einfach ist. die straßen sind schlecht, der fahrstil noch schlechter. wenn man mal im bus stehen darf, ersetzt das einen ganzen fitnesstag.
nun kamen wir also in tonalá an. und? nix mit schöner ort. die straßen waren verstopft mit autos, der markt dort entpuppte sich als reine tourisache mit waren, die weder schön noch qualitativ gut waren.
einziger "lichtblick" in tonalá
- brachte mich wirklich zum schmunzeln.

somit ergriffen svenja und ich nach kürzester zeit die flucht und fuhren zurück richtung stadt nach tlaquepaque.
wobei das jetzt einfacher klingt, als es tatsächlich war, denn man muss die busse rauswinken, um einzusteigen. dass sie dann tatsächlich auch anhalten, damit man einsteigen kann, ist eine ganz andere sache.
aber ende gut, alles gut und wir kamen in tlaquepaque an, wo wir kurzerhand ein paar österreicher trafen, die ebenfalls mit uns an der uni studieren.
da alle hunger hatten gingen wir etwas essen.

challenge 2: essen.
mutig wie wir waren, probierten wir mal etwas neues aus. mole poblano. hühnchen, in einer so genannten schokosoße.
nicht lecker.
der nächste knüller: es spielte eine mariachi band. an sich ja ganz nett. allerdings hatte jeder musikant + sängerin ein mikro vor sich, die box, durch die das ganze übertragen wurde, war direkt über unserem tisch.

mariachiband, die jeglichen versuch, eine unterhaltung
zu führen,zum scheitern brachte.

weitere unterhaltungen waren somit gestrichen und wir wollten nur noch weg. mexikaner mögen es halt einfach wirklich laut.

den preis, den wir am ende dann fürs essen zahlen mussten, war in europäischer preiskategorie und wir waren ganz klar der touriabzocke zum opfer geworden.

somit endet dieser teil des tages ganz klar mit einem sieg für mexico.

die größte aufgabe war es diese woche allerdings, unser visum registrieren zu lassen. ich sag euch: deutsche bürokratie ist der reinste kindergarten, gegen das hier
so fuhren wir also am dienstag zum palacio federal. in der dort für uns richtigen abteilung angekommen, traf uns erstmal der schlag. gefühlte millionen menschen waren dort und warteten.
wir stellten uns also kurzerhand einfach mal in eine schlange und hofften am ende eine info zu bekommen.
großer fehler!!!
man merke: sich nie nie nie nie niemals einfach irgendwo anstellen und hoffen, dass es schon stimmen wird. NIEMALS. fragen ist das zauberwort.
natürlich waren wir in dieser schlange falsch und wurden wieder weggeschickt zum nummer ziehen. wir zogen nummer 33 - die aktuelle nummer war die 2. also setzten wir uns zu den anderen tausend wartenden, wo wir dann von einem amerikaner angesprochen wurden, der meinte, dass wir ja noch ganz schön lang warten müssten, mit dieser nummer. ach nee. und was wir denn hier wöllten. als wir ihm unser anliegen erklärt hatten, schickte er uns ersteinmal in die abteilung gegenüber - dort würden wir alle notweniden formulare bekommen.
man gut, dass er uns das sagte und keiner von den beamten, die wir so gefragt haben. sonst hätten wir nämlich noch eine ganze weile warten müssen, um nach gefühlten stunden eben diese info zu bekommen.
somit gingen wir in die andere abteilung, wo uns eine sehr nette beamtin erklärte, dass wir ins internetcafé um die ecke gehen sollten, um dort ein formular online auszufüllen, kopien zu machen und zur bank zu gehen, um dort geld einzuzahlen.
gesagt getan, nach etwas über einer stunde waren wir zurück und siehe da - die nummer 33 war tatsächlich gleich dran.
merke also: wenn man irgendwo ist, gleich erstmal nummer ziehen. egal, ob man sie braucht oder nicht. schaden kann es jedenfalls nicht.
somit kamen wir also gleich dran zur registrierung, wobei sich weitere probleme ergaben:
1) svenjas name auf dem einzahlungsbeleg der bank war falsch. sie musste also zurück zur bank und das korrigieren lassen.
2) mein name war auch falsch, dass ging dann aber irgendwie.
3) am flughafen bei der einreise hatten wir so ein einreisedokument bekommen, was wir in diesem palacio federal abgeben sollten. blöd nur, dass die beamten am flughafen bei mir ein kreuzchen gesetzt hatten, was zur folge hatte, dass weder das papier, was ich ausgefüllt hatte richtig war, noch der gezahlte geldbetrag stimmte.
wir, verzweifelt ohne ende, scheinen dann aber doch so mitleidserweckend ausgesehen haben, dass die dame uns nun einen neuen einreisezettel ausstellt und somit geldbetrag und papiere passen.

in theoretisch 5 tagen können wir das registrierte visum abholen.
mal sehen, was praktisch passieren wird.

fakt ist, dass man lernen muss, dass es niemals so kommen wird, wie man es plant, man eine unendliche geduld bei eigentlich allen sachen braucht - egal ob uni, visum oder bus fahren und man immer alles doppelt und dreifach nachfragen sollte. niemals einfach machen.

das waren nun so meine letzten tage.
die wohnung ist mittlerweile sogar richtig sauber - dafür geht im bad kein strom mehr und nachts heißts dann, sich im dunkeln zurecht zu finden.
achso, dass die wohnung sauber ist, hat nichts mit unsere putzfrau zu tun. die kommt so 2 mal im monat und am mittwoch konnten wir uns von ihrer einmaligen putzqualität überzeugen. resultat: die wohnung war nachher dreckiger als vorher, es waren haare da, die defintiv nicht von uns stammten und wir befürchten, dass sie, egal was sie putzt, den gleichen lappen nimmt.
in zukunft heißt das also: bevor die putzfrau kommt: wohnung wichtig putzen, geschirr wegräumen und hoffen, dass sie schnell wieder weg ist.
unser geschenk an sie fürs nächste mal wird ein neuer wischmob sein. der alte muss ungefähr tausend jahre alt sein - inklusive aller darin aufgenommen haare und schmutz, der letzten mitbewohner.

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