... du fehlst ...

Freitag, 13. August 2010

Studieren auf mexikanisch...

So, die erste Uniwoche ist nun also tatsächlich geschafft.
Sagen wir es mal so, es ist interessant.
In den meisten Kursen fühle ich mich ein wenig in die 6./7./8. Klasse zurückversetzt. Nicht nur, dass die Studenten hier alle sehr jung sind - sie benehmen sich auch so. Im Unterricht wird eigentlich alles gemacht, was gerade nichts mit dem zu tun hat, was der Dozent so sagt und tut.
Demzufolge ist es laut und chaotisch. Es wird telefoniert und fleißig SMS geschrieben, eigentlich die Hauptbeschäftigung, jeder geht zwischendrin mal und kommt wieder, wann es ihm so passt, es wird sich unterhalten, geschminkt, die Mädels richten ihre "dezenten" Schleifchen im Haar (Schleifchen ist jetzt mal ganz ironisch gemeint - die meisten tragen eine Art Mutantenschleife in ihren Haaren), operierte Nasen werden kritisch im eigenen Spiegel beäugt und die Jungs verhalten sich eigentlich nur störend und wer am lautesten ist und am meisten auffällt, der ist der Coolste.
In einigen Kursen werden vor dem Unterricht sogar die Handys eingesammelt, um irgendwie die Aufmerksamkeit der Studenten zu bekommen... In einem anderen Kurs wurde eine halbe Stunde darüber diskutiert, wieviel "Strafe" an die Dozentin zu entrichten ist, wenn sie einen mit Handy erwischt (Ergebnis: 10 Peso). Kurz zuvor musste übrigens nochmal erklärt werden, warum die Jahreszahlen vor Christus immer kleiner werden, und nach Christus erst wieder größer.
(Also System 4 v.Chr, 3 v.Chr., 2 v.Chr. 1 v.Chr. 0, 1 n.Chr. 2 n. Chr. usw.)
... ohne Worte ...
Im Großen und Ganzen ist das Allgemeinwissen eher gering... Egal, ob es um Geschichte, Geografie oder andere Sachen geht.
(Geschichte z.B. ist halt schwierig zu vermitteln, wenn nahezu alle noch nocht einmal wissen, wo Spanien, Deutschland oder andere Länder so sind...)
1,5 Stunden Unterricht wird von eigentlich allen als zu lang empfunden, sodass immer wieder nachgefragt wird, ob man denn nicht schon eher Schluss machen könnte.
Also alles ein wenig so, wie früher in der Schule.
Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass wir hier an einer Universität sind. Oder zumindest etwas, das sich als solches bezeichnet...

Trotzdem wird es wohl stressig werden für uns. Um das "Schulgefühl" gleich noch ein wenig zu verstärken, gibt es viele viele Hausaufgaben, in jedem Monat wird ein Zwischentest geschrieben (in 2 Wochen sind die ersten - wie wir das genau machen wollen, wissen wir auch nicht...) und nächste Woche dürfen wir das erste Referat halten.
Wir sind gespannt.

Ansonsten sind aber alle recht freundlich zu uns und durch die gefühlten 1000 Gruppenarbeiten kommt man gar nicht umhin, mit Mexikanern in Kontakt zu kommen.

Mal schauen, was Woche 2 für uns bereit hält...

Ach - nochmal zum Thema geografische Kenntnisse:
Eine Mexikanerin fragte mich, wo ich denn herkommen würde.
Mein "Alemania" verstand sie falsch und meinte dann ganz erschrocken, dass "Albania" ja sooooo weit weg wäre, und wie Afrika als Land denn so sei...
Sie hatte also Albanien mal eben nach Afrika eingeordnet. Naja.

1 Kommentar:

  1. Hi Claudi,

    ich bins, Stef und ich schicke dir ganz liebe Grüße aus Neuseeland nach Mexiko :)
    Ich muss das hier einfach mal kommentieren. Da ihr ja alle eure Blogs so schön verlinkt habt und ich natürlich Cindys schon lange gelesen hab, schau ich, auf der Suche nach Ablenkung vor meinem Essay, mal so rum was ihr grad alle so treibt. Am meisten musste ich echt über deinen Beitrag lachen... wirklich zu geil :)

    Ich wünsch dir trotzdem noch ganz viel Spaß und viel Erfolg und eine geile Zeit, die du mit Sicherheit haben wirst!!

    Liebe Grüße

    Stef

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