... du fehlst ...

Samstag, 13. November 2010

Tequila!

gestern, freitag, ging es auf nach tequila, die geburtststadt des weltbekannten tequilas.
auf den weg machten sich: ich, svenja + ihr bruder + dessen freundin, die uns von dienstag abend bis heute morgen besucht haben, aljoscha, stefan (ösiland) und claudia (auch ösiland). nach einer ätzend langen fahrt kamen wir dann gerade so püntklich an, dass wir noch die letzte tour auf der "hacienda herreduras" erwischten und uns den produktionsprozess von tequila anschauen konnten. ganz interessant eigentlich.

1) basis: die blaue agave, die ungefähr 7 jahre wächst, bevor sie geerntet wird



2) die blätter werden entfernt, da nur der kern benötigt wird:


3) die "herzen" der blauen agave

4) der ganze kram komm nun in einen ofen und wird gegart.




5) dann muss alles abkühlen. dazu kommt der kram in große kessel, die oben offen sind. ringsherum sind in umittelbarer nähe verschiedenste obstbäume geplanzt, die durch ihren duft ein besonders milieu in der luft bilden. dadurch werden mikroorganismen angelockt, die die fermentierung unterstützen.

6) dann wird 2 mal destilliert und fertig ist der tequila.






6) war eindeutig der spaßigste teil des ganzen. wir durften nämlich "verkosten".
 zur auswahl standen:
aber wir haben nicht nur "probiert", sondern auch gelernt: 
ganz links: tequila blanco. der wird nach der destillation direkt abgefüllt und nicht weiter verarbeitet. schmeckt... eher nicht.

in der mitte links: ist der mädchen tequila. der war nämlich nich ganz so kratzig im hals, sondern richtig "sanft" (daher ja auch suave). 

in der mitte rechts: ist ebenso wie der mädchentequila ein "reposado", heißt: die wurden nach der destillation in einem eichenfass gelagert. daher auch die goldene farbe.

ganz rechts: der lagerte mindestens ein jahr in einem eichenfass. und schmeckt ganz bäh. 

v.l.n.r.: lotte (freundin von svenjas bruder), ich, claudia (ösiland) und svenja. 




Mexico D.F.

in der letzten woche ging es mittwoch nacht auf nach mexico city.


nachdem wir 10 stunden und somit eine ganze nacht, im bus verbracht hatten, erreichten wir mexico d.f. der erste shock, neben der größe natürlich, war die kälte. es war so kalt, dass keiner von uns auch nur im entferntesten darauf vorbereitet war... natürlich habe ich es mal wieder geschafft so richtig ins schwarze zu treffen und hatte im gegensatz zu den anderen (svenja, steffi aus österreich und annemieke aus den niederlanden) keine festen schuhe mit.
um also dem prototyp eines deutschen touristen alle ehre zu machen, habe ich die tage in mexico city mit sandalen und socken überbrückt, um meine zehen nicht ganz erfrieren zu lassen.


und auch abgesehen von den füßen war es wirklich kalt. da wir nicht genug dabei hatten, mussten wir uns notgedrungen etwas warmes kaufen, was uns am ende so aussehen ließ:
so war es zumindest halbwegs aushaltbar.

vom busbahnhof ging es dann mit dem taxi ins zentrum zu unserem hostel. die fahrt dahin war ein hammer - teilweise bekommt man da echt angst. mal ganz davon ab, dass sowas wie fahrspuren, überholen nur links etc. hier eh keine rolle spielen, sind die straßen mexico city´s einfach mal nur voll und chaotisch. in einer 4/5/6 spurigen straße (je nachdem, wieviel autos halt grad mal nebeneinander fahren) kommt einem halt auch gerne einfach mal ein bus entgegen der fahrtrichtung angerast. heile angekommen sind wir trotzdem und dann ging es auch direkt gleich weiter. wir buchten eine stadtrundfahrt für 2 tage - für den donnerstag gings in den norden, freitag sollte es dann in den süden gehen. stadtrundfahrten auf mexikanisch sind nicht so das richtige haben wir festgestellt, denn es wird gern überall einfach so gehalten (zb wenn eine ganze schulklasse mal aufs klo muss) und auch der audioguide erzählte einem von dingen, die rechts und links zu sehen sein sollten - es aber nicht waren. auf der rückfahrt ging es dann für uns auf den torre mayor, das höchste gebäude lateinamerikas, um mal das ganze ausmaß der stadt zu sehen.




und bei nacht:


am nächsten morgen dann wollten wir die südtour mit der stadtrundfahrt machen... also warteten wir an angegebener haltestelle auf den bus - der leider nicht kam. nachdem wir uns mit ein paar mexikanern ausgetauscht hatten, die schon über 1,5 stunden warteten und sich auch das versprechen eines anderen busfahrers, der bus würde in einer halben stunde da sein, sich nicht erfüllte, machten wir uns auf den weg zur ubahn um selber in den süden zu fahren. dabei trafen wir noch auf einen deutschen, der ebenfalls vergeblich auf den bus wartete und sich uns einfach anschloss. wie sich heraus stellte arbeitet er für die botschaft nicaraguas in wien. verrückt, was man alles so für menschen trifft. 

im süden der stadt angekommen, gings zunächst ins frida kahlo museum:



somit befanden wir uns im stadtteil "coyoácan", der teil der stadt, der nach der ankunft der spanier zur hauptstadt mexico city´s wurde. nach dem museum waren wir alle hungrig und daher ging es auf einen markt essen.
ich habe in mexico noch nie so lecker auf der straße gegessen, wie in mexico d.f.
mal eine kleine auswahl:
frühstück auf der straße: taco mit rührei und kartoffeln

straßenstand im zentrum

ein "sabroso" - ein brötchen mit gemüse und einer superleckeren, mexico city typischen hühnerfleisch mischung gefüllt.

tortillas aus "blauem" mais - gefüllt mit kartoffeln und der hühnerfleisch mischung. super lecker!

nachdem wir uns also den bauch vollgeschlagen haben und shoppen waren, ging es (diesmal sogar mit dem bus!!!) zurück in richtung zentrum. am ende des tages landeten wir in einem argentinischen restaurant, wo ich meine heißgeliebten empanadas wiederentdeckte. also - essenstechnisch war mexico d.f. wirklich ein knüller.

am nächsten morgen ging es für uns morgens in den palacio nacional. das ist nach wie vor der sitz der mexikanischen regierung. und zum anlass der 200 jährigen mexikanischen unabhängigkeit gab es eine ausstellung über die schritte bis zur unabhängigkeit.
zócalo - hauptplatz in mexico city mit palacio nacional

katedrale - auch am zócalo - direkt dahinter war unser hostel

"murales" von diego rivera, frida kahlos ehemann - der ganze treppenaufgang im palacio nacional ist von rivera bemalt worden - das bild zeigt die urkultur mexicos auf der rechten wand, in der mitte (das was hier zu sehen ist) die eroberung durch die spanier, die innere unruhe und revolution und auf der linken seite die von rivera gewünschte zukunft mexicos (lenin weist den mexikanern den weg) und die gefürchtete zukunft (kapitalismus, industrialismus, ausbeutung...)


nach der ganzen kultur dann ging es für uns auf in den stadtteil "xochimilco", um eine kleine bootstour zu machen. dort ist die stadt nämlich noch so, wie sie in der aztekenzeit war: als die azteken kamen, war mexico city an einem see, den sie durch aufschüttung von erde und einem kanalsystem, nach und nach verschwinden ließen. in xochimilco sieht man noch, wie die erde und grundstücke der häuser auf dem wasser "schwimmen" und nur per boot erreichbar sind.
leider war das ganze eine mega touriattraktion und es fuhren gefühlte millionen boote durch die kanäle. man konnte auf wunsch von anderen booten süßigkeiten, klamotten und essen und natürlich auch mariachimusik kaufen... total super. ich hab dann einfach mal die augen zugemacht und ein wenig schlaf nachgeholt :o)

v.l.n.r.: ich (ohne socken), svenja, annemieke und steffi
am sonntag, unserem letzten tag, machten wir uns morgens auf zum parque chapultepec. dort ging es zu allererst ins anthropologische museum, wo wir uns einen privaten erklärmenschen mieteten und uns die urkulturen mexicos erklären ließen. anschließend gings in den palacio chapultepec, was früher einmal eine militärschule, später wochenendresidenz von mexicos diktator porfirio diaz und später dann dem volk zurück gegeben wurde und nun ein museum ist. und ein denkmal für die "6 ninos heroes" - 6 kinder/jugendliche, die sich im krieg gegen die amis von diesem gebäude gestürzt haben und somit lieber den tod wählten, als den sieg der amis.


und dann hieß es auch schon abschied nehmen, von einer stadt, die ich mir komplett anders vorgestellt hatte. denn, außer dass man weiß und von oben sieht, dass die stadt groß, sehr groß!, ist, merkt man in den stadtvierteln wirklich gar nichts davon...
und noch immer gibt es so viel zu sehen dort.
ich will also unbedingt noch einmal hin! unbedingt!

Dienstag, 2. November 2010

el día de los muertos

die letzten 2 tage habe ich auf friedhöfen verbracht - macht man ja auch nicht alle tage. für uns ging es am sonntag morgen auf nach pátzcuaro, ein kleines örtchen im bundesstaat michoacán, weit ab jeglicher zivilisation und wirklich "in the middle of nowhere". nach 4,5 stunden fahrt machten wir uns erstmal auf hotelsuche und wurden gott sei dank auch fündig - dazu muss man nämlich etwas glück mitbringen, denn das ganze jahr über ist pátzcuaro und umgebung komplett uninteressant, doch vom 31.10.-2.11. stürmen menschenmassen in diesen ort und umgebung, da man dort den "dia de los muertos" so feiert, wie nirgendwo sonst in mexico.
der día de los muertos ist so DAS mexicospezifische "fest" - an diesen tagen ehrt man die verstorbenen familienmitglieder und freunde. all das hat viel mit glauben, traditionen und symbolen zu tun. die gräber und friedhöfe werden festlich geschmückt, es werden altare aufgebaut und überall findet man die so genannten "catrinas" - skelettfiguren, typisch für mexico.



die gräber werden mit orangenen blumen verziert, die durch ihre farbe und ihrem duft den toten den weg zurück zur erde weisen sollen. auf den gräbern platzieren die familien essen, früchte, getränke usw., an denen sich die toten bedienen sollen, wenn sie nachts zurück zur erde kommen. bei den dekorationen gibt es viele unterschiede: zb bekommen nur verheiratete verstorbene ein "tor" aus blumen, durch dass sie zurück auf die erde kommen. alle unverheirateten, kinder etc. bekommen individuelle symbole. an dem einen grab haben wir zb aus blumen gebastelt ein fahrrad gesehen, weil der verstorbene eben gerne fahrrad fuhr, babys und kinder haben meist kinderkleidung, spielzeuge und babynahrung auf ihren gräbern, ihre blumensymbole waren flugzeuge, engel oder vögel.
nachts sah das ganze natürlich nochmal beeindruckender aus, denn da wurde der gesamte friedhof nur von kerzen erleuchtet. die familien halten totenwache und blieben zum teil den ganzen tag und die ganze nacht auf dem friedhof bei ihren familienangehörigen, damit sie da sind, wenn der verstorbene den weg zurück zur erde findet.

am ersten tag haben wir uns das kleine städtchen pátzcuaro angesehen. pátzcuaro liegt übrigens an einem see in dem viele verschiedene inseln liegen, auf denen ebenfalls viele zeremonien stattfinden. auf einer dieser inseln -urandén- waren wir sonntag abend zu einer heiligen messe. montag ging es dann auf eine andere kleine insel -janitzio- und anschließend nach -tzintzuntzan-, einer kleinen ortschaft, die scheinbar nur aus 2 friedhöfen zu bestehen scheint. diese waren unendlich schön geschmückt und die stimmung war einfach einmalig.-
abends haben sich dann auf dem friedhof die gesamten familien versammelt, mariachis haben musik gespielt und alle saßen beieinander.
es sind keine traurigen tage - es ist wirklich mehr ein ehren und gedenken an all die verstorbenen.

später am abend gings dann komplett durchgefroren und nass (seit wochen!!! haben wir mal wieder wolken und sogar regen erlebt) zurück nach guadalajara.
natürlich anders als geplant... denn theoretisch wollten wir von tzintzuntzan mit dem bus nach pátzcuaro zurück, von da nach morelia und von morelia nach guadalajara. allerdings kam kein bus und die straßen waren alle mit autos verstopft. letztendlich haben wir einen busfahrer gefunden, der gar nicht offiziell im dienst war, der nach morelio musste und uns spontan einfach mitgenommen hat. also hatten wir quasi uneren privaten fahrer für den weg nach morelia.

alles in allem war das wirklich einfach nur ein unfassbar beeindruckendes wochenende.


pátzcuaro

der see


die "innenstadt" auf der insel janitzio

der friedhof auf janitzio

janitzio


geschmücktes grab in tzintzuntzan

geschmücktes grab II in tzintzuntzan

friedhof bei nacht I

friedhof bei nacht II