Am letzten Donnerstag ging es auf in den kleinen Urlaub vor dem großen Urlaub.
Morgens um viertel vor 7 saßen wir im Bus nach Pangandaran, im Süden von Indonesien, am Indischen Ozean.

6 Stunden Fahrt standen uns bevor (für nur 230 km!!!) – und beim Anblick des Busses war ich mir nicht ganz sicher, ob wir a) jemals ankommen würden, wie wir b) die Fahrt überstehen sollten und c) ob unser Rucksack mit uns gemeinsam das Ziel erreichen oder, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Strecke bleiben würde. Der steckte nämlich in der „Gepäckklappe“ unten im Bus – allerdings konnte man weder die Klappe abschließen, noch sah der Boden so aus, als würde er die nächsten paar Minuten überstehen. Nun, im Nachhinein kann man sagen: Ja, wir sind angekommen. Sogar mit Rucksack. Die Fahrt war zwar lang und extrem warm, da die Klimaanlage im extra teureren Klimaanlagenbus nicht funktionierte und Platz hat man auch nicht viel, denn so ein Durchschnittsbussitzplatz auf indonesischer Art ist mit der Durchschnittsgröße eines europäischen Hinterns definitiv nicht kompatibel, aber wir sind heile angekommen. Was wir allerdings noch lernen sollten: Schlimmer geht immer. Aber dazu später mehr.
Nach 6 Stunden also kamen wir in Pangandaran an, von wo aus es direkt mit einem kleinen und übervollem Bus nach Ciajulang ging, wo wir ein Ojek (quasi eine Mitfahrgelegenheit auf einem Motorroller) nach Batu Karas nahmen.
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| Ojekfahren |
Über eine Bambusbrücke...
...und vorbei an viel Grün und viel Wasser kamen wir in einem kleinen, verträumten Strandort direkt am Meer an. Nach einer kleinen Weile fanden wir dann auch eine gemütliche Unterkunft, von der wir in ca. 2 Minuten Fußweg direkt am Strand standen. So verbrachten wir den restlichen Tag am Strand, auf unserer kleinen Terrasse und einfach mal mit Nichtstun – und um 21 Uhr lagen wir dann auch schon im Bett.
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| Ich im "Sexy" Badeoutfit - mehr Haut zeigen ist in Indonesien am Strand und beim Baden nicht drin.... |
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| Nachwehen vom Tsunami 2006 |

Freitag dann haben wir uns am Nachmittag einen Motorroller gemietet und eine kleine Tour durch die nähere Umgebung gestartet.
Als wir zurückkamen sprach uns ein Pärchen (er aus Südafrika, sie ursprünglich aus Deutschland) an, die ein paar Bungalows neben uns wohnten und so verbrachten wir den restlichen Abend mit ihnen. Abendessen gab es in einem kleinen Seafood Restaurant, wo wir uns den Fisch, die Shrimps/Garnelen und Tintenfische (und was auch immer da noch so rumlag) selber raussuchen konnten. Den Fisch haben wir Charly getauft – lecker war er!

Am Samstagmorgen setzten wir uns dann wieder in den Bus von Ciajulang nach Pangandaran, um dort den nächsten Tag zu verbringen. Pangandaran gilt als der Strandurlaubsort schlechthin und ist somit relativ touristisch. Trotzdem findet man ruhige und schöne Ecken, viele nette Menschen und Zeit zum Entspannen, das richtige Entspannungsprogramm bekommt man allerdings eher in Batu Karas, denn da ist gar nichts los und außer am Strand sein und Surfen, kann man dort nicht viel anstellen. Es gibt noch nicht einmal einen Supermarkt, geschweige denn einen Geldautomaten.
Ein günstiges Zimmer in Pangandaran fanden wir schließlich im Haus einer indonesischen Familie, deren Kinder schwer begeistert von uns 2 Bulehs waren. Also warfen wir unseren Rucksack ab, rissen uns von den Kiddies los und ab ging es an den Strand und in den Nationalpark Pangandaran, wo wir, vorbei an Affen, Rehen, einem Komodo und anderem Getier, durch den Urwald gekraxelt sind und am Ende wieder am Strand landeten. Durch den strömenden Regen ging es dann zurück und in die Stadt zum Abendessen.






Sonntagmorgen gab es dann Frühstück an einer Strandhütte und anschließend ging es mit 2 Boogieboards ab ins Wasser und in die Wellen, bis wir am Nachmittag dann zurück mussten, womit der ungemütliche und ganz und gar nicht entspannte Teil der Reise begann.


Als der Bus ankam, stürmten (und wenn ich schreibe „stürmten“, dann meine ich „stürmten“!) die Indos zum Bus und Lars warnte mich schon vor, ich solle uns beiden einen Platz ergattern und dabei notfalls auch die Ellenbogen einsetzen. Tja, ich habs versucht – nur waren die Indos schneller, besonders die Kinder schmissen sich, kaum im Bus angekommen, schon auf irgendwelche Sitzplätze, sodass am Ende nichts mehr frei war. Super. Und nun? Dann kam von vorn, aus Richtung des Busfahrers eine Stimme „Miss, Mister!“ und es wurde wie wild auf irgendwas gezeigt. Gut, scheinbar doch noch 2 Plätze frei. Da hatten sie von irgendwoher eine Sitzfläche aus Leder organisiert, die auf den Mittelgang direkt neben dem Fahrersitz gelegt wurde. Derjenige, der von uns beiden direkt neben dem Fahrer saß, hatte somit den Schalthebel zwischen den Beinen, der andere saß verloren in der Mitte, ohne jeglichen Halt. An Schlafen war also nicht wirklich zu denken.

Glücklicherweise hatten wir nicht nur die bequemsten Sitze der Welt, wir hatten auch den wahrscheinlich vorsichtigsten und langsamsten Busfahrer ganz Indonesiens abbekommen, sodass die Fahrt nicht „nur“ 6 Stunden, sondern ganze 8 Stunden dauerte. Die wahrscheinlich anstrengendste Busfahrt unseres Lebens.