Da ich also dieses Jahr nicht an der alljährlichen Börner-Schulze-Glaser Osterwanderung teilnehmen kann, habe ich gestern (wenn auch irgendwie unbeabsichtigt) meine eigene Osterwanderung unternommen.
Gestern morgen um halb 8 habe ich mich nämlich auf zum Busbahnhof gemacht und bin nach Tepoztlán gefahren, etwa 1,5 Stunden südlich von Mexiko City im Bundesstaat Morelos.
Tepoztlán ist noch eine der ursprünglichsten Städte Mexikos, es wird hauptsächlich Nahuátl gesprochen, die Sprache der Ureinwohner Mexikos und es ist tatsächlich "nur" ein klitzekleines Städtchen inmitten der Berge.
Ah ja - es ist außerdem eine "magische Stadt". In vielerlei Hinsicht. ANGEBLICH werden hier mehrmals im Jahr irgendwelche UFO´s und andere unerklärliche Dinge gesichtet, es haben sich demzufolge alle möglichen Irren angesammelt, die einem die Zukunft voraus sagen wollen, Heilmittelchen verkaufen etc. Als ich mir die Kirche anschaute, kam auch gleich ein Ami an, der mir (und jedem anderen, der es hören oder auch nicht hören wollte) seine Geschichte aufquatschte. Demnach hatte er vor einigen Jahren bei seinem Aufstieg auf den Berg erst ein Alien gesehen und dann als Andenken daran einen Stein von eben dieser Stelle mitgenommen. Wieder im Amiland angekommen, brach dann das Unglück über ihn herein: er verlor seinen Job, seine Frau, seine Kinder und bekam irgendeine Krankheit... (Und nachdem er diese Wahnsinnsgeschichte erzählt hatte, nahm er erstmal einen tiefen Schluck aus seinem Flachmann, der verdächtig nach Tequila roch. Naja. Er wäre aber bestimmt sehr glücklich, wenn er wüsste, dass ich seine Geschichte weiter erzähle :))
Da ja nun Ostern ist, war echt viel los, da sich wohl alle Welt dachte "Lasst uns mal nach Tepotzlán fahren". Somit war da nix mit Ruhe, sondern ich bin vom Menschenrummel Mexiko Citys in den Menschenrummel Tepoztláns geraten.
Die Stadt an sich ist ganz nett, schön anzusehen und alles war festlich geschmückt. Wie gesagt, ist ja Ostern.
Somit bin ich beim Ankommen auch direkt mal in eine Osterprozession geraten, in der sich scheinbar das gesamte Dorf befand. Viele Leute hatten sich verkleidet und jede Menschengruppe trug entweder einen Jesus, ein Kreuz oder Maria.
Somit bin ich beim Ankommen auch direkt mal in eine Osterprozession geraten, in der sich scheinbar das gesamte Dorf befand. Viele Leute hatten sich verkleidet und jede Menschengruppe trug entweder einen Jesus, ein Kreuz oder Maria.
Also hab ich mich an den Rand gesetzt und dem Ganzen eine Weile zugesehen. Allerdings nicht zu lange - denn ich war hauptsächlich nach Tepoztlán gefahren, um mir die Mayaruine auf dem Berg anzusehen.
Im Lonely Planet stand dazu "Wer körperlich nicht fit ist, sollte dieses Aufstieg lieber sein lassen - der Weg ist wirklich anstrengend ". Ich dachte natürlich, der Lonely übertreibt - hat er aber nicht. Ich weiß gar nicht, wann ich mich das letzte mal so anstrengen musste - und dazu bei gefühlten 1000 Grad. Nach über einer Stunde bin ich aber tatsächlich oben angekommen, konnte mir den Tempel ansehen und die Aussicht genießen.
Allerdings konnte ich gar nicht so lang oben bleiben, denn für den Weg nach unten hatte sich schon eine Schlange gebildet... Der letzte Aufstieg bzw. erste Abstieg nämlich ist so schmal zwischen 2 Felsen, dass entweder nur Leute hoch oder Leute runter können. Somit staute es sich gewaltig und ich wollte ja noch etwas von der Stadt sehen.
Es ging dann aber doch schneller als gedacht und so war ich nach insgesamt knapp 3 Stunden wieder im Städtchen angekommen - mit zitternden Beinen, Sonnenbrand und komplett fertig :)
Noch heute hab ich Muskelkater.
Ansonsten steht nicht mehr viel an dieses Wochenende, außer ein wenig entspannen, Sonne genießen und nichts tun.
| "El Tepozteco" - Mayaruine |
| Da wo verfressene Mexikaner sind, sind auch verfressene Nasenbären |
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